Gera­de eben wur­de der Jah­res­ab­schluss 2019 der 2. CTI KG im Bun­des­an­zei­ger ver­öf­fent­licht. Es han­delt sich bei die­sem Fonds um den ein­zi­gen der vier geschlos­se­nen Fonds von Tho­masLloyd, bei dem die Anle­ger das Eigen­ka­pi­tal in Raten ein­zah­len, aber erst weni­ge Anle­ger voll ein­ge­zahlt haben und schon aus­schüt­tungs­be­rech­tigt sind. 

Aus­weis­lich des Jah­res­ab­schlus­ses wur­de im Jahr 2019 ein Eigen­ka­pi­tal von rd. 66,7 Mio. Euro ein­ge­wor­ben. Auf­grund der Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­run­gen waren per Ende 2019 erst rd. 55,9 Mio. Euro Eigen­ka­pi­tal ein­ge­zahlt, die meis­ten Anle­ger zah­len also immer wei­ter ein. Dabei macht der Fonds lau­fend Ver­lus­te, die sich per Ende 2019 schon auf rd. 32,7 Mio. Euro sum­mie­ren, also mehr als die Hälf­te des ein­ge­zahl­ten Kapi­tals bereits weg­ge­fres­sen haben. Allein die­se Ent­wick­lung ist besorgniserregend. 

Vor die­sem Hin­ter­grund fin­den wir das Ver­hal­ten der Fonds­ge­schäfts­füh­rung in hohem Maße bean­stan­dens­wert. Es bestehen mas­si­ve Inter­es­sen­kon­flik­te, die nicht klar erkenn­bar sind. Die Anle­ger des Fonds sind auf­ge­for­dert, im schrift­li­chen Beschluss­ver­fah­ren inner­halb von drei Wochen den Jah­res­ab­schluss zu geneh­mi­gen und die Ver­ant­wort­li­chen zu ent­las­ten. Außer­dem soll die­sel­be WP-Gesell­schaft (PKF Wulf & Part­ner) zum Abschluss­prü­fer bestellt wer­den, die auch die Tho­masLloyd Clean­tech Infra­st­ruc­tu­re Hol­ding GmbH prüft, also die Gesell­schaft, die die Haupt­ein­nah­me­quel­le der Fonds darstellt. 

Und mit­ten­drin ver­steckt sich unter TOP 4:
“Die Geschäfts­füh­rung schlägt vor, fol­gen­den Beschluss zu fas­sen:
„Geneh­mi­gung, dass die Werbekosten/Eigenkapitalbeschaffungskosten mit 24% der Pflicht­ein­la­ge für das Geschäfts­jahr 2019 den vor­ge­schrie­be­nen Satz [von 10,9%] gemäß § 15 Abs. 2 der Sat­zung übersteigen.“” 

In § 15 des Gesell­schafts­ver­tra­ges ist gere­gelt, dass Ver­gü­tun­gen zur Eigen­ka­pi­tal­be­schaf­fung, die 11 % der Pflicht­ein­la­ge über­stei­gen, von der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung zu geneh­mi­gen sind. Aus dem unschein­ba­ren Satz unter TOP 4 ergibt sich, dass in 2019 der Fonds bereits Ver­gü­tun­gen in Höhe von 24% der Pflicht­ein­la­ge, also mehr als das Dop­pel­te der pro­spek­tier­ten und gesell­schafts­ver­trag­lich gere­gel­ten Ver­gü­tung, ver­ein­bart hat! Die Fonds­ge­schäfts­füh­rung hat hier bereits Tat­sa­chen geschaf­fen. Die Anle­ger sol­len nach­träg­lich einen Per­sil­schein aus­stel­len und die Geschäfts­füh­rung hält es noch nicht ein­mal für nötig, die­se exor­bi­tant hohen Ver­mitt­lungs­pro­vi­sio­nen zu erklä­ren.
Auch ist aus den als Anla­ge B bei­gefüg­ten Unter­la­gen zur wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung und Bilanz ist nicht erkenn­bar, dass sich die Eigen­ka­pi­tal­ver­mitt­lungs­pro­vi­si­on 2019 auf ins­ge­samt 13,163 Mio. Euro beläuft und damit haupt­ver­ant­wort­lich für den Gesamt­ver­lust von ins­ge­samt knapp 13 Mio. ist. Das erfährt man nur aus dem im Bun­des­an­zei­ger ver­öf­fent­lich­ten Jah­res­ab­schluss, der weit mehr Infor­ma­tio­nen erhält, als die Geschäfts­füh­rung den Anle­gern über­las­sen hat. 

Das sog. “Fonds-Split­ting” wird in die­sem aktu­ells­ten Anschrei­ben mit kei­ner Sil­be mehr erwähnt. Auch Infor­ma­tio­nen über die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung der Tho­masLloyd CTI Hol­ding GmbH lie­fert die Geschäfts­füh­rung nicht mit. Äußert sich so “akti­ve und nach­hal­ti­ge Gestal­tung der Zukunft”, wie es in der Leis­tungs­bi­lanz der Tho­masLloyd-Grup­pe heißt?
Aus unse­rer Sicht wird es drin­gend Zeit, dass die Anle­ger sich orga­ni­sie­ren und die Instal­la­ti­on eines Bei­rats als unab­hän­gi­ge Ver­tre­tung der Anle­ger­rech­te eta­blie­ren, was im Übri­gen auch bereits im Gesell­schafts­ver­trag ver­an­kert ist. Dies gilt umso mehr vor dem Hin­ter­grund, dass Fonds­ge­schäfts­füh­rung (Clean­tech Manage­ment GmbH) und Treu­hän­de­rin (Clean­tech Treu­ver­mö­gen GmbH) ein und den­sel­ben Geschäfts­füh­rer haben, näm­lich Mat­thi­as Klein, und die mit­ein­an­der ver­bun­de­nen Unter­neh­men alle von der­sel­ben WP-Gesell­schaft geprüft wer­den. Der Akti­ons­bund Akti­ver Anle­ger­schutz e.V. stellt sich für alle Anle­ger der Tho­masLloyd als Ansprech­part­ner zur Ver­fü­gung, um die Anle­ger­stim­men zu bün­deln. Dies gilt ganz aus­drück­lich auch für Anle­ger, die nicht zu unse­ren Mit­glie­dern zählen. 

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