Die ehe­ma­li­gen Grün­der der Leo­ni­das-Fonds, Ant­je Grie­se­ler auf der einen und Max-Robert Hug auf der ande­ren Sei­te, lie­gen im Clinch miteinander.

Die Geschäfts­füh­rung der Fonds liegt in den Hän­den von Grie­se­ler, womit die Anle­ger ziem­lich unglück­lich sind. Denn die Fonds blei­ben weit hin­ter den pro­spek­tier­ten Ergeb­nis­sen zurück, ohne dass die Anle­ger die kon­kre­ten Hin­ter­grün­de hier­für erfah­ren (Nähe­res zu den Hin­ter­grün­den fin­den unter https://investmentcheck.de/news/5226/dramatische-ausschuettungsluecken). Die Anle­ger­be­treu­ung ins­ge­samt ist eher intrans­pa­rent und wird von den Anle­gern als lieb­los empfunden.

Hug, Geschäfts­füh­rer der Treu­hän­de­rin in den Fonds Leo­ni­das XII bis XVII, sam­melt Voll­mach­ten zum Aus­tausch der Geschäfts­füh­rung. Die Vor­wür­fe, die er Grie­se­ler und ihrem Mit­ge­schäfts­füh­rer Ralf Scham­ber­ger macht, sind nicht von Pap­pe. Nach sei­nen Aus­füh­run­gen sol­len ver­schie­de­ne der Fonds ins­ge­samt rund 1,9 Mil­lio­nen Euro Dar­le­hen zum Bau des Wind­parks IEL23/Cardiff von zwei ande­ren Leo­ni­das-Fonds ver­ge­ben haben. Um die Dar­le­hen zurück­füh­ren zu kön­nen, habe die Geschäfts­füh­rung den Anle­gern des Leo­ni­das XVII einen nach­tei­li­gen Ver­kauf emp­foh­len. Grie­se­ler hält dage­gen, dass Hug in die Dar­le­hens­ver­ga­be ein­be­zo­gen wor­den und zudem der Ver­kauf von den Anle­gern gewollt gewe­sen sei. Bei­de Sei­ten las­sen kein gutes Haar am anderen.

Hug will jetzt auf außer­or­dent­li­chen Gesell­schaf­ter­ver­samm­lun­gen der Fonds Leo­ni­das XII bis XVII über den Aus­tausch der Geschäfts­füh­rung Beschluss fas­sen las­sen. Grie­se­ler will nach eige­nen Anga­ben die­se Ver­samm­lun­gen zwar gern ein­be­ru­fen, aber in der Geschäfts­füh­rung blei­ben. Sie warnt umge­kehrt vor der von Ste­fan Klai­le geführ­ten Adrea­lis Manage­ment GmbH, die nach den Vor­stel­lun­gen von Hug die Geschäfts­füh­rung über­neh­men soll. Klai­le führ­te in der Ver­gan­gen­heit u.a. die Treu­hän­de­rin der Cana­da Gold Trust-Fonds, deren Anle­ger auch kei­nen Grund zur Freu­de an ihrer Anla­ge haben.

Die feh­len­de Trans­pa­renz bei der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung der Fonds und das Hick­hack um die Hin­ter­grün­de füh­ren auch bei uns zu der Über­zeu­gung, dass ein Aus­tausch der Fonds­ge­schäfts­füh­rung sinn­voll ist. Aus­sicht auf die dafür not­wen­di­gen Mehr­hei­ten in den Fonds dürf­te aller­dings nur eine Geschäfts­füh­rung haben, die weder Grie­se­ler noch Hug zuge­neigt, son­dern über jeden Zwei­fel erha­ben ist. Hier­für könn­te Hug sor­gen. Wenn es ihm nur dar­um geht, den Fonds eine kom­pe­ten­te und vor allem unab­hän­gi­ge Geschäfts­füh­rung zu ver­schaf­fen, könn­te er sich zum Bei­spiel vor­ab ver­pflich­ten, unmit­tel­bar nach Aus­tausch der Kom­ple­men­tär-GmbH die Gesell­schafts­an­tei­le der neu­en Kom­ple­men­tä­rin auf jeweils die zwei größ­ten Gesell­schaf­ter jedes Fonds (und wenn die­se nicht wol­len, auf die nächst grö­ße­ren) zu über­tra­gen, die dann gemein­sam einen Geschäfts­füh­rer suchen und bestim­men und mit die­sem dann ein Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren für die künf­ti­ge Anle­ger­ver­wal­tung durch­füh­ren. Bei die­ser Vor­ge­hens­wei­se sind aus unse­rer Sicht die Chan­cen sehr viel grö­ßer, die Geschäfts­füh­rung in neue Hän­de zu geben, weil dann die Macht tat­säch­lich von Anle­ger­sei­te aus­ge­übt wird.

Wird Hug ver­su­chen, den Aus­tausch auf die Adrea­lis durch­zu­zie­hen und damit die Geschäfts­füh­rung selbst zu bestim­men, wird er nach unse­rer Über­zeu­gung gna­den­los scheitern.

Hier fin­den Sie wei­te­re Akti­ons­bund News zu die­sem Thema:

Kategorien
Schlüsselwörter

Kommentarfunktion deaktiviert