Die Geschäfts­füh­rer der Pro­ven Oil Cana­da-Fonds, Edmund Kock­artz und Klaus Christo­cho­witz, haben wäh­rend der noch lau­fen­den Beschluss­fas­sung offen­bar alle Anle­ger, die ihre Stimm­zet­tel noch nicht zurück­ge­schickt haben, noch­mals ange­schrie­ben und wärms­tens die Zustim­mung zum Kon­zept (Umwand­lung von deut­scher Fonds­be­tei­li­gung in Direkt­be­tei­li­gung an kana­di­scher Gesell­schaft) emp­foh­len. Weil man doch immer­hin jedes Jahr eine hal­be Mil­li­on Euro ein­spa­ren kann. Wel­che Schwä­chen und Unklar­hei­ten die Beschluss­vor­la­gen ent­hal­ten, hat­ten wir bereits in unse­ren wei­te­ren News im Dezem­ber 2021 erklärt. Gucken wir uns jetzt doch ein­fach mal an, wie plau­si­bel das Gan­ze hin­sicht­lich sei­ner Wirt­schaft­lich­keit ist.

Die Anle­ger haben in die sechs betrof­fe­nen Fonds rd. 300 Mil­lio­nen Euro Eigen­ka­pi­tal inves­tiert und anfäng­lich auch Aus­schüt­tun­gen erhal­ten. In 2015 haben sie auf Anfor­de­rung der alten Geschäfts­füh­rung rd. 9 Mil­lio­nen erhal­te­ne Aus­schüt­tun­gen wie­der ein­ge­zahlt, um die dro­hen­de Insol­venz der kana­di­schen Betei­li­gungs­ge­sell­schaft abzu­wen­den. Gehol­fen hat das nichts, die Betei­li­gungs­ge­sell­schaft wur­de insol­vent, aber aus dem Geld wur­den in den Fol­ge­jah­ren die lau­fen­den Kos­ten der Fonds bezahlt.
Mit dem Restart in 2017 hat die neue Geschäfts­füh­rung (Kock­artz und Christo­cho­witz) bei den Anle­gern noch­mals rd. 16 Mil­lio­nen Euro ein­ge­sam­melt. Mit die­sem Geld soll­te eine neue kana­di­sche Betei­li­gungs­ge­sell­schaft der Fonds aus der Insol­venz­mas­se der alten Betei­li­gungs­ge­sell­schaft alle wirt­schaft­lich pro­du­zie­ren­den Quel­len her­aus­kau­fen und opti­mie­ren. Im Grun­de das­sel­be Geschäfts­mo­dell wie ursprüng­lich prospektiert.

Das Sanie­rungs­ka­pi­tal von 16 Mil­lio­nen Euro soll­te vor­ran­gig mit 4 Pro­zent ver­zinst und bis Mit­te 2021 getilgt wer­den. Kock­artz und Christo­cho­witz woll­ten aber auch den Anle­gern, die damals Aus­schüt­tun­gen zurück­ge­zahlt hat­ten, etwas Gutes tun. Denn ohne sie wären die Fonds bereits insol­vent gewe­sen. Die­se Aus­schüt­tungs­rück­zah­lun­gen soll­ten daher, obwohl das Geld für die Sanie­rung gar nicht zur Ver­fü­gung stand, genau­so wie das Sanie­rungs­ka­pi­tal behan­delt wer­den. Mit der Inves­ti­ti­on von 16 Mil­lio­nen Euro soll­ten inner­halb von vier Jah­ren für Zins und Til­gung also 29 Mil­lio­nen Euro erwirt­schaf­tet wer­den. Das ent­spricht einem geplan­ten Ertrag von jähr­lich durch­schnitt­lich rd. 43 Pro­zent, und zwar nach Kos­ten! Außer­dem soll­ten aus der­sel­ben Inves­ti­ti­on bzw. ihren Erträ­gen noch Opti­mie­rungs­maß­nah­men an den Quel­len durch­ge­führt und wei­te­re Quel­len erwor­ben werden.

Wenn die 25 Mil­lio­nen Euro bevor­rech­tig­tes Kapi­tal ver­zinst und getilgt sein wer­den, sol­len Aus­schüt­tun­gen auf das Ursprungs­ka­pi­tal von rd. 300 Mil­lio­nen Euro an die Anle­ger flie­ßen. Wenn jähr­lich – wie­der­um nach Kos­ten – nur 1 Pro­zent an die Anle­ger gezahlt wer­den soll (also 3 Mil­lio­nen Euro pro Jahr), dann müs­sen die für 16 Mil­lio­nen Euro erwor­be­nen Quel­len eine Wirt­schaft­lich­keit von 18,75 Pro­zent nach Kos­ten auf­wei­sen, und zwar über lan­ge, lan­ge Zeit, ohne zu versiegen.

Wenn Sie mich fra­gen, ist das ein Weih­nachts­mär­chen. Damit die­se Plä­ne Wirk­lich­keit wer­den, braucht es nicht weni­ger als ein Wun­der. Und des­we­gen tun sich die Anle­ger auch kei­nen Gefal­len damit, wenn sie nun durch die Umwand­lung noch bis­her nicht vor­han­de­ne Rechts­ri­si­ken eingehen. 

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