Die Inha­ber der UDI Genuss­rech­te Nr. 1 und 2 erhiel­ten unmit­tel­bar vor Weih­nach­ten mit Schrei­ben vom 20. Dezem­ber 2021 die Auf­for­de­rung, in der Ver­gan­gen­heit erhal­te­ne Zin­sen voll­stän­dig zu erstatten. 

Hin­ter­grund sei, dass “bei der Auf­ar­bei­tung der Finanz­in­stru­men­te anläss­lich des erfolg­ten Eigen­tü­mer- und Manage­ment­wech­sels in den letz­ten Mona­ten fest­ge­stellt wur­de, dass eine Ver­zin­sung jedoch jeweils nur bei Vor­lie­gen eines Jah­res­über­schus­ses der Emit­ten­tin hät­te gezahlt wer­den dür­fen… Auf­grund der aus­ge­wie­se­nen Jah­res­fehl­be­trä­ge hät­ten an die Genussrechtsgeber/in kei­ne Zins­zah­lun­gen erfol­gen dürfen.”

Wir haben hier­zu Rück­spra­che mit Rechts­an­wäl­tin Dr. Susan­ne Schmidt-Mors­bach genom­men, die mit dem The­ma UDI bes­tens ver­traut ist. Nach­fol­gend lesen Sie, was Frau Dr. Schmidt-Mors­bach von der Sache hält.

„Unab­hän­gig davon, dass das Timing die­ses Schrei­bens offen­sicht­lich bewusst die Anle­ger unter Druck zu set­zen ver­sucht, nach­dem die neue Geschäfts­füh­rung mehr als ein Jahr Zeit zur Auf­be­rei­tung hat­te, ist es an Dreis­tig­keit fast nicht mehr zu über­bie­ten. Anle­ger, die vie­le Jahr zuvor erhal­te­ne Zin­sen erstat­ten sol­len und teil­wei­se auch einen Teil ihrer Rück­zah­lun­gen, die sie auf­grund von Kün­di­gun­gen bereits erhal­ten haben, wer­den bin­nen einer Frist von weni­ger als einer Woche zur Zah­lung auf­ge­for­dert. Dabei fehlt jeg­li­che nach­voll­zieh­ba­re Abrech­nung. Statt ordent­lich tes­tier­te Jah­res­ab­schlüs­se vor­zu­le­gen, behaup­tet die Geschäfts­füh­rung ledig­lich, dass Jah­res­fehl­be­trä­ge ent­stan­den sind. Woher stam­men die­se Zah­len? Die Gesell­schaf­ten ver­öf­fent­li­chen ihre Jah­res­ab­schlüs­se seit dem Jahr 2011 nicht mehr.”

I. Was Anle­ger jetzt tun sollten

Wir raten davon ab, die gefor­der­te Zah­lung ohne jeden wei­te­ren Nach­weis zu zah­len. Statt­des­sen soll­te jeder Anle­ger ein kur­zes Schrei­ben an die Geschäfts­füh­rung schi­cken, mit dem er die For­de­rung man­gels nach­voll­zieh­ba­rer Begrün­dung zurück­weist. Die­ses Schrei­ben soll­te mög­lichst noch in die­sem Jahr an die Geschäfts­füh­rung ver­schickt werden.

a) Kei­ne Zah­lung auf­grund unzu­rei­chen­der Informationen

Ob die behaup­te­ten Ansprü­che tat­säch­lich bestehen, kann nicht nach­voll­zo­gen wer­den. Im Gegen­teil, es spricht viel dafür, dass die behaup­te­ten Rück­for­de­run­gen falsch berech­net wor­den sind.

b) Kei­ne Ver­jäh­rungs­ver­zichts­er­klä­rung abgeben

Die Gesell­schaf­ten haben wohl auch ein Ver­jäh­rungs­pro­blem. Den­noch raten wir von der Abga­be der vor­ge­schla­ge­nen Ver­jäh­rungs­ver­zichts­er­klä­rung gleich­falls ab. Denn die­se umfasst in der vor­for­mu­lier­ten Fas­sung auch bereits ver­jähr­te Ansprüche!

c) Auf­for­de­rung zur Ergebnisbeteiligungsberechnung

Die Gesell­schaf­ten sind ver­pflich­tet, auf­grund tes­tier­ter Jah­res­ab­schlüs­se die Ord­nungs­ge­mäß­heit der Ergeb­nis­be­tei­li­gungs­be­rech­nung von einem Wirt­schafts­prü­fer tes­tie­ren zu las­sen. Anle­ger soll­ten auf die­ser Infor­ma­ti­on bestehen und die­se aktiv einfordern.


d) Kün­di­gung aus wich­ti­gem Grund

Dar­über hin­aus kann man die Kün­di­gung aus wich­ti­gem Grund erwä­gen. Nach unse­rem Ver­ständ­nis ist die Gesell­schaft in den letz­ten Jah­ren nicht ihren Pflich­ten nachgekommen.

III. Fazit

Anle­ger soll­ten weder Zah­lun­gen leis­ten, noch die vor­for­mu­lier­te Ver­jäh­rungs­ver­zichts­er­klä­rung abge­ben, son­dern wie oben beschrie­ben die Ansprü­che schrift­lich zurück­wei­sen, weil sie nicht nach­voll­zieh­bar begrün­det sind.

Gleich zu Beginn des neu­en Jah­res soll­ten sich die betrof­fe­nen Anle­ger über ihre Rech­te von einem auf dem Gebiet des Bank- und Kapi­tal­markt­rechts spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­walt auf­klä­ren las­sen. Hier­bei soll­ten sie u.a. auch prü­fen las­sen, ob Erfolgs­aus­sich­ten für eine Inan­spruch­nah­me der UDI GmbH bzw. der Ver­mitt­ler im Ein­zel­fall bestehen, ob ein Vor­ge­hen gegen die jewei­li­ge Emit­ten­tin sinn­voll erscheint und wie man sich zu dem Ange­bot ver­hal­ten soll.“

Auch unser Ver­ein steht betrof­fe­nen Anle­gern als Ansprech­part­ner zur Verfügung.

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