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Zum Schreiben der Aquila v. Nov. 2016 Aquila HydropowerINVEST IV: Stellungnahme des Aktionsbundes

  • Nov 201615
Kategorien:
Energiefonds
Fonds:
Aquila HydropowerINVEST IV
Anbieter:
Aquila Capital Structured Assets GmbH

Stellungnahme des AAA zum aktuellen Schreiben der Aquila-Gruppe.

Gesellschafter im Aquila HydropowerINVEST IV, die bereits zu den Mitgliedern des Aktionsbundes Aktiver Anlegerschutz e.V. zählen, suchen Mitstreiter für eine sog. Sammelklage, aber auch zur Durchsetzung einer Gesellschafterversammlung als Präsenzveranstaltung. Aus diesem Grund hat der Aktionsbund für seine Mitglieder die Anleger des Fonds kürzlich angeschrieben. Das hat die Aquila Capital zu einem Kommentar veranlasst, der Fragen aufwirft, die wir hier beantworten:

  1. Dass die Klagebestrebungen der Aquila Capital nicht bekannt sind, liegt auf der Hand. Die Klagen sind ja noch nicht eingereicht, weil noch Mitstreiter gesucht werden.
  2. Warum eine Klage noch in diesem Jahr eingereicht werden soll, geht aus unserem Schreiben hervor. Einige Darstellungen aus dem Prospekt wurden im Geschäftsbericht, der im November 2013 verschickt wurde, korrigiert und/oder ergänzt. Die uns laufend beratenden Anwälte sehen daher für einen Teil der geltend zu machenden Prospektfehler das Risiko der kenntnisabhängigen Verjährung nach dem 31. Dezember dieses Jahres, weswegen die geplante Sammelklage in diesem Jahr noch eingereicht werden soll.
  3. Wir glauben nicht, dass trotz aller positiven Darstellungen der Fondsgeschäftsführung aus der Beteiligung das eingesetzte Kapital zurückfließt. Eine Klage empfiehlt sich selbstverständlich nur dem, der diese Auffassung teilt. Wer glaubt, dass die Voraussagen der Fondsgeschäftsführung eintreffen werden, sollte ganz sicher keine Klage führen. Wenn man aber Schadensersatz geltend machen und den Fondsanteil zurückgeben will, dann sollte man unter dem Verjährungsaspekt die Klage in diesem Jahr einreichen.
  4. Die Datensammlung des Aktionsbundes Aktiver Anlegerschutz e.V. umfasst Daten zu mehr als 3.000 Fonds. Aber längst nicht alle Fonds müssen aktuell bearbeitet werden. Eine umfassende Prüfung der Prospektunterlagen nehmen wir nur in den Fällen vor, in denen die Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung vom Prospekt ganz erheblich sind, eine größere Zahl von Mitgliedern dies wünscht und bei denen auch wirtschaftlich greifbare Anspruchsgegner vorhanden sind. Welche Fonds wir im Einzelnen geprüft haben und wieviele derartige Fälle wir pro Jahr durchschnittlich bearbeiten, haben wir in unserer Leistungsbilanz dokumentiert.

Zu den Prospektfehlern:

  • Rückkaufsrecht und Verpfändung: Was Aquila schreibt, ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit: Das SPA wurde laut Bericht am 13.03.2013 mit diesen Bedingungen abgeschlossen. Die Platzierung lief allerdings weiter, als die Vereinbarung schon geschlossen war. Es gab jedoch keinen entsprechenden Prospektnachtrag.
  • Sensitivitätsanalyse: Sie soll dazu dienen, insbesondere die möglichen negativen Abweichungen, die nicht unwahrscheinlich sind, dem Anleger vor Augen zu führen, damit das Risiko besser eingeschätzt werden kann. Eine Sensitivitätsanalyse, die jeweils nur eine von mehreren Variablen in verändertem Szenario darstellt, erfüllt diesen Zweck aber gerade nicht, sondern erweckt den Eindruck eines sehr viel geringeren Risikos als tatsächlich vorhanden.
  • Trockenheit: In einer Zielmarktanalyse Türkei der deutsch-türkischen Handelskammer heißt es: „Durch extrem trockene Sommer- und Wintermonate, in denen sich die Staudämme nicht auffüllen konnten und durch die gestiegene Stromnachfrage kommt es in den vergangenen Jahren wieder verstärkt zu Strom- und vor allem Wasserausfällen.“
  • Tilgung: Die Stellungnahme der Aquila bezieht sich nicht auf unseren Vorwurf. Der lautet: Der Prospekt rechnet, ohne dies entsprechend deutlich zu machen, mit Wunschkonditionen, deren Vereinbarung bei Prospektherausgabe keineswegs sichergestellt war. Tatsächlich war eine weit höhere Tilgung vereinbart, bei deren Zugrundelegung die prospektierten Ausschüttungen nicht realisierbar gewesen wären.
  • Aquila HydropowerINVEST III: Wir sind der Auffassung, dass man Anlageinteressenten darüber informieren sollte, dass sie praktisch dieselbe Beteiligung mit allerdings deutlich geringeren Weichkosten zeichnen können, wenn sie mindestens 250.000 Euro zeichnen. Auch ein Anleger kleinerer Beträge sollte wenigstens wissen, dass Großanlegern günstigere Konditionen angeboten werden. Dies gilt umso mehr für Weichkosten, die nicht von der Zahl der Anleger abhängig sind und insofern nicht mit erhöhtem Arbeitsaufwand begründet werden können.

Die aus unserer Sicht sogar beste Lösung, die Klagen zunächst völlig überflüssig macht, wäre eine Verjährungsverzichtserklärung der Aquila-Gruppe. Wenn diese bereit ist, den Verjährungsverzicht zu erklären, bis klar ist, wie sich der Fonds tatsächlich entwickelt, gäbe es derzeit keinen Grund für eine Klageeinreichung. Bisher hat sich Aquila in vergleichbaren Fällen aber hierzu nicht durchringen können.

Auch der Aktionsbund Aktiver Anlegerschutz e.V. steht für die Beantwortung weiterer Fragen gern und jederzeit zur Verfügung.

Haben auch Sie einen Aquila-Fonds oder einen anderen geschlossenen Fonds gezeichnet und wollen immer auf dem aktuellen Stand bleiben? Dann lernen Sie uns kennen und werden Sie Mitglied!